Kieferorthopädie

Kieferorthopädie und die Behandlung von Kiefergelenks-Dysfunktionen helfen, Fehlstellungen zu korrigieren und die Mund- und Kieferfunktion zu verbessern.

Bei der Behandlung und Diagnose von Bewegungseinschränkungen und Blockaden im menschlichen Körper ist die Osteopathie eine ausgezeichnete Möglichkeit, das Gleichgewicht der Körpersysteme wiederherzustellen. So betrachten wir in der Osteopathie den Unterkiefer als Teil eines Ganzen, der nur funktionieren kann, wenn seine Einzelteile miteinander harmonieren.

Osteopathie in der Kieferorthopädie

Die Osteopathie betrachtet den Menschen als Einheit aus drei miteinander verbundenen Systemen: Bewegungsapparat, innere Organe und kraniosakrales System (Schädel, Wirbelsäule, Kreuzbein). Der Unterkiefer gehört funktionell zum kraniosakralen System und spielt deshalb eine zentrale Rolle. Kiefergelenksstörungen betreffen also nicht nur das Gelenk selbst, sondern können Auswirkungen auf die gesamte Körperstatik und das Nervensystem haben.

Beispiel: Schon kleine Fehlkontakte beim Kauen oder minimale Höhenunterschiede der Backenzähne – z. B. nach einem Unfall oder durch Zahndefekte – können eine Fehlfunktion auslösen.

Kiefergelenksdysfunktionen (CMD) 

Craniomandibuläre Dysfunktionen (CMD) bezeichnen Fehlstellungen zwischen Schädel (Cranium) und Unterkiefer (Mandibula). Dadurch kann es zu muskulären Verspannungen, Gelenkbeschwerden und neurologischen Reizungen kommen. Besonders relevant: Die Kaumuskeln sind u. a. am Keilbein befestigt – einem zentralen Schädelknochen, an dem auch die Hirnhaut (Dura mater) ansetzt. Spannung im Kiefer kann sich daher auf die gesamte Wirbelsäule und das Nervensystem auswirken.

Symptome
  • Knackgeräusche beim Kauen oder Gähnen
  • Nächtliches Zähneknirschen oder Pressen
  • Abschliff der Schneidezähne = Abrasion
  • nicht erholsamer Schlaf
  • Zahnschmerzen (obwohl Zähne, Zahnfleisch, Kieferknochen gesund sind) = Parafunktion an gesunden Zähnen
  • Ohrschmerzen oder Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Atemstörungen im Schlaf
  • Ausstrahlende Schmerzen im Kiefer/ oder Gesichtsbereich
  • Geringe Mundöffnung oder Bewegungsstörung bei der Mundöffnung oder beim Mundschluss häufig mit Schmerz verbunden
  • Kieferklemme (Mund kann nur wenig geöffnet werden)
  • Überbeweglichkeit der Unterkiefers (extrem weite Mundöffnung, "Ausrenken")
  • Gelenkentzündungen (Arthritis), bei rheumatischen Erkrankungen oder nach Gelenkverletzungen
  • Konzentrations- und Lernstörungen
  • Morgensteifigkeit und morgendliche Gelenkschmerzen
  • Sehstörungen
  • Schmerzen im Gesicht = Trigeminusneuralgie
Ursachen
  • Rheumatische Beschwerden (Fibromyalgie, M. Bechterew)
  • Stress (Zähne zusammenbeißen)
  • Haltungsschäden, bes. durch arbeitsplatzbezogene Fehlhaltungen mit Belastung der Schulter und Halswirbelregion
  • Unfälle, z.B. Schleudertrauma
  • Störungen der Verzahnung, Zahnlücken im Seitenzahnbereich
  • zu hohe oder zu tiefe Zahnfüllungen
  • langandauernde Zahnbehandlungen
  • falsche Zahnspangenversorgung
  • Operationen in Vollnarkose mit Überdehnung der Gelenke

Um Funktionsstörungen des Kiefergelenkes zu beseitigen, bedarf es einer ganzheitlichen Therapie, d.h.das gesamte Kausystem (Zähne, Kiefergelenk, Muskulatur) und alle benachbarten Strukturen müssen mitbehandelt werden.

Kieferorthopädie & Wachstum

Im Wachstum des Kindes ändert sich die Zahnstellung und diese passt sich der jeweiligen Haltung des Kindes an. Gibt es Funktionsstörungen in der Wirbelsäule, v.a. der Halswirbelsäule, so hat dies einen Einfluss auf die Stellung der Kiefergelenke und somit auf die Zahnstellung. Ebenso können Störungen z.B. im Verdauungsbereich eine Änderung der Haltung und somit Änderungen im Biss hervorrufen.
Als Ergänzung zur Spangenbehandlung hat sich die Osteopathie bewährt, sodass die Bisskorrektur optimal verlaufen kann. Sprechen Sie Ihren Zahnarzt und/oder Kieferorthopäden darauf an.

Stomatognathes System / Orale Orthopädie

Das Stomatognathe System besteht aus der Gesamtheit der Strukturen im Mund-Kiefer-Kopf- und Halsbereich. Diese Strukturen sind miteinander verbunden und interagieren wechselseitig miteinander.

Findet man in diesem Bereich Störungen, können diese auf den gesamten Körper negative Auswirkungen haben und Fehlfunktionen bzw. Krankheiten hervorrufen oder manifestieren. Für eine derartige Diagnosestellung ist ein interagierendes Handeln aus Zahnmedizin, Kieferorthopädie, Schulmedizin, Naturheilkunde, TCM, Physiotherapie und Osteopathie nötig.
 

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